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10.04.2005

Internet Kontrolle

Letzte Woche habe ich einen kurzen Artikel über die Kontrolle des Internets in China und Iran geschrieben. Heute musste ich feststellen, dass das mit der Freiheit im Netz auch bei uns seine Grenzen hat.

Die heute Redaktion berichtet, dass die USA in der Frage der Kontrolle des Internets hart bleiben wollen. Bei den Verhandlungen ging es darum, die Kontrolle von den USA auf ein Gremium der UN zu übertragen, wogegen sich US-Botschafter David Gross ausgesprochen hat:
"Wir haben in dem ganzen Prozess sehr, sehr deutlich gemacht, dass es Dinge gibt, über die wir reden können, und andere, bei denen das nicht geht", sagte Gross. Und die Kontrolle über das Internet "ist nicht zu verhandeln, dass ist eine Frage der nationalen Interessen".
Den Artikel dazu findest du hier.

1 Comments:

At 2:48 PM, Anonymous Daniel S. Haischt said...

Hallo Daniel, das Thema scheint irgendwie interessant zu sein ;)

Wobei es schon beinahe blöde ist die Amis als Beispiel in's Feld zu führen. Dort ist die Regierung ja bekanntlich ziemlich skrupellos, wenn es darum geht, Freiheitsrechte im Bedarfsfall zu beschneiden. Seit 9/11 wird man z.B. automatisch bei irgendeiner Bundesbehörde registriert, wenn man einen Tauchkurs macht. D.h. eine Unschuldsvermutung gibt’s da auch nicht mehr.

Aber ähnliches gibt’s ja auch hier in Deutschland. Es sei nur der ominöse Otto-Katalog (nicht der Bekleidungs- sondern der Otto-Schilly-Katalog) erwähnt. Der nach den ersten Terroranschlägen flugs mal so zusammengeschustert wurde. Übrigens wurden die darin enthaltenen Sofortmassnahmen ja nach London nochmals überarbeitet. In diesem Zusammenhang wurde auch von der Bundesregierung diskutiert, ob man nicht verlangt, dass generell in Verschlüsselungsverfahren wie PGP (Pretty Good Privacy) ein Backdoor, also ein Schlupfloch für den Staat eingebaut werden soll.

Übrigens, die Praxis in Verschlüsselungssoftware ein Schlupfloch einzubauen, stammt aus den USA. Dort war es ja jahrelang so, dass es von jeder Software die das SSL-Protokoll implementiert (SSL wird bei Online-Einkäufen verwendet), zwei Varianten gab. Eine, die für den Export in’s Ausland gedacht war und ein Schlupfloch enthielt, und eine die für USA gedacht war. Letztere Variante unterstützte im Übrigen eine stärkere Verschlüsselung, was das Ganze in der Theorie sicherer macht.

D.h. also, das ausländischen Unternehmen über Jahre eine Software angedreht wurde, die ein Schlupfloch enthielt, über welches unter anderem Industriespionage betreiben werden konnte.

Und da sind wir dann ja auch ganz schnell beim Thema Echelon, ein Abhör- bzw. Industriespionagenetzwerk der USA, das sowohl von der EU als auch von der BRD über Jahre geduldet wurde.

Cheers
Daniel S. Haischt

 

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