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9.26.2005

Einflüsse

Die folgende Aussage von Keener hat mich wieder einmal darüber ins Nachdenken gebracht, welch positiven Einfluss es auf unser Gemeindeverständnis haben kann, wenn wir gängige Strukturen und Handhabungen aufgrund philosophischer und gesellschaftlicher Beobachtungen hinterfragen.

„Paulus war jedoch wahrscheinlich der Erste, der die These aufstellte, dass jedes Mitglied der religiösen Gemeinschaft eine spezielle Funktion innerhalb des einen Leibes habe, und damit die Trennung der Glaubensgemeinschaft in Priester und Laien, wie sie in fast allen antiken Religionen bestand, aufhob.“

[Craig S. Keener, Kommentar zum Umfeld des Neuen Testaments: Historische, kulturelle und archäologische Hintergründe, Band 2, Übersetzer: Denzel / Naumann (Neuhausen-Stuttgart: Hänssler, 1998), 215.]

Wenn Paulus als einer der ersten die Trennung zwischen Priestern und Laien aufhob, dann frage ich mich, ob es ein positiver Einfluss war, der diese Trennung wieder in den Gemeinde etablierte?

6 Comments:

At 4:10 PM, Anonymous Martin said...

Ja, finde ich schon... Jeder Einzelne bekam und bekommt dadurch seinen individuellen Wert zugesprochen und muss nicht zu den "Obersten" der Gemeinde aufschauen.
Danke für diesen Post, Daniel, hat mich zum nachdenken gebracht und er beleuchtet das Thema Leib aus einem für mich sehr interessanten Blickwinkel.

 
At 1:11 PM, Anonymous Joachim S. Müller said...

Dafür gibts ja diverse Freikirchen, die diese Trennung wieder aufgehoben haben...

Wobei ich für die Argumentation, daß die Trennung von Priestern und Laien aufgehoben ist eher das in der Bibel mehrfach genannte allgemeine Priestertum heranziehen würde.

Dieser Leib-Vergleich zeigt ja eher, daß es sehr wohl Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeindegliedern gibt.

 
At 3:51 PM, Blogger depone said...

Hallo Joachim,

es gibt viele Freikirchen die sagen, dass sie diese Trennung aufgehoben haben - ich farge zurück, wer es wirklich auch so lebt? Ist es nicht manchmal so, dass sich doch wieder gerade unbewusst solche Strukturen einschleichen und es wieder darum geht, dass es Leute gibt, die entscheiden und den entscheidenden Einfluss haben und andere, die mit diesen Entscheidungen leben oder eben Konsumenten der Gemeinde sind?

Ich finde das Bild vom Leib sehr krass, weil es die Sache mit dem allgemeinen Priestertum noch klarer macht: JEDER hat eine wichtige Rolle in der Gemeinde. Wenn einer leidet, leiden alle mit. Wenn ein Teil fehlt, ist der Körper krank! Auf jeden Fall gibt es unterschiedliche Aufgaben, das ist durch das allgemeine Priestertum nicht aufgehoben (es gibt ja auch Gaben), aber es ist ja so, dass in dem getrennten Modell nicht jeder eine wichtige Rolle spielt und so...

Was meinst du?

 
At 11:25 AM, Anonymous Joachim S. Müller said...

Eben genau das: Jeder ist anders, aber jeder ist wichtig. Aber eben genau den Punkt der Entscheidung, wo es lang geht, den treffen eben nicht alle, sondern die Leitung, die Ältesten, nenn es wie du willst. Aber nicht in Alleinherrschaft sondern unter dem Haupt Christi und im Zusammenspiel mit dem Rest des Leibes. Es muß eben ein Leiter/Mitarbeiter Verhältnis entstehen und darf kein Produzent/Konsument Verhhältnis entstehen.

 
At 11:40 AM, Blogger depone said...

Das mit der Entscheidung sehe ich anders. Und deswegen stelle ich eben auch die Umsetzung des Prinzips des allgemeinen Priestertums in Frage.

 
At 12:02 PM, Anonymous Joachim S. Müller said...

Was denkst du sind die Aufgaben von Ältesten, wenn nicht auch das Entscheiden?
Den Schluß zum Infragestellen der Umsetzung des allgemeinen Priestertums verstehe ich nicht und auch nicht, was du genau damit meinst.

 

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