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8.29.2005

Meinungsbildung zur Wahl am 18. September

Zur Zeit gibt es eine Menge Sendezeit in den öffentlich rechtlichen Programmen [andere gibt es auf meinem TV nicht] die uns bei einer Meinungsbildung für die Wahl am 18.09. helfen will. Das finde ich natürlich sehr cool, auch wenn eine Diskussion zwischen Friedrich Merz und Oskar Lafontaine, wie gestern bei Sabine Christiansen, Geschmacksache bleibt - vor allem dann, wenn ich das Gefühl nicht losgeworden bin, dass die Beiden einfach aneinander vorbei geredet haben...

Das ZDF hat eine Seite speziell zur Wahl gebastelt - gibt es wahrscheinlich noch 1000 andere - die einen Wahl-O-Mat enthält, der anhand von einigen Fragen darstellen will, welcher der Parteien man am nächsten steht: ZDF Wahlseite.

Und da wir ja in einer Zeit leben, in der die Gesellschaft wieder das Wort ergreift und es realtiv einfach möglich ist seine Meinung und Gedanken zu publizieren, gibt es auch eine Menge Podcasts zu dem Thema. Der Verband deutschsprachiger Podcaster hat deswegen heute zum Podcast Thementag Wahl deklariert und unter dem Link eine Zusammenstellung von Podcasts publiziert.

Wie bildest du dir deine Meinung zur Wahl?

8.26.2005

Was macht für dich Kirche aus?

Wenn du einen Satz hast, um auszudrücken, was für dich Kirche ausmacht - wie würde dieser Satz lauten?

Ich poste hier einen solchen Satz von Wilfried Härle:
"Das Spezifikum der Kirche kommt [...] darin zum Ausdruck, dass sie die Gemeinschaft der Menschen ist, die sich um die Verkündigung des Evangeliums und zur Feier der Sakramente versammeln."

[Wilfried Härle. Dogmatik: 2., überarbeitete Auflage. (Berlin und New York: de Gruyter, 2000), 592.]

8.25.2005

Neuwahlen am 18. September

Interessanterweise hat heute das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidung verkündet, dass am 18. September die Neuwahlen stattfinden werden. Die Wahlbenachrichtigung bekam ich jedoch schon letzte Woche zugeschickt - scheint so, als seien sich nicht nur die Parteien mit ihrem Wahlkampf sicher gewesen, dass die Neuwahlen durchgehen werden, sondern auch die Stadtverwaltungen [zumindest die hier in Karlsruhe]. Da frage ich mich - was wäre gewesen, wenn das Bundesverfassungsgericht der Klage stattgegeben hätte und keine Neuwahlen stattgefunden hätten?
Hast du auch schon deine Wahlbenachrichtigung bekommen?

8.24.2005

Jürgen Moltmann über Gemeindereform

In den letzten Tagen habe ich ein Buch von Jürgen Moltmann gelesen. Eine Aussage von ihm, über die Absicht des Buches werde ich jetzt mal hier posten:

„Die praktische Absicht des Buches über die Kirche war für mich damals und ist es heute mehr denn je die Kirchenreform. Ich meine damit die Umwandlung der Kirche aus einem religiösen Betreuungsinstitut für das Volk zu einer Gemeindekirche im Volk und mit dem Volk. Es ist der Weg von einer undurchschaubaren Großorganisation zu einer überschaubaren Gemeinschaft. Diesen Weg kann man nur gehen, wenn man bereit ist, aus der passiven Kirchenzugehörigkeit zur aktiven Beteiligung am Leben der Gemeinde aufzubrechen. In unserer Gesellschaft verlieren die verfügten Zugehörigkeiten ihre prägende und sinnstiftende Kraft. Die persönlich und freiwillig eingegangenen Gemeinschaftsformen werden wichtiger.“

[Jürgen Moltmann, Kirche in der Kraft des Geistes: Ein Beitrag zur messianischen Ekklesiologie. 2. Auflage. (München: Kaiser, 1989), 389.]

Psalmen in der Stadt

Johannes hat seine Idee wie man mit Psalmen in der Stadt leben kann gepostet.

Mir gefällt diese Idee sehr gut und ich denke, wir könnten uns damit gemeinsam helfen aktiv in der Stadt die Psalmen zu meditieren...

8.20.2005

Gedanken zu flacher Hierarchie

In den letzten Tagen mache ich mir wieder mehr Gedanken zu flacher Hierarchie. Dieses Thema wird ja gerade im Emerging Church Kontext gerne und sehr oft gebraucht. Ein Buzzword. Und weil man ja mitreden möchte gebraucht man es auch...

Was man nun so ganz genau unter Hierarchie versteht wurde mir mit dem Gebrauch des Wortes immer mehr unklar. Als ich dann eine Gleichsetzung von Hierarchie und Struktur hörte – die ja die Rede von flachen Hierarchien erst ermöglicht, wollte ich der Sache etwas mehr nachfühlen.

Vor einigen Jahren hatte ich ein Fremdwörterbuch [Duden, Band 5] geschenkt bekommen, der sich jetzt als Informationsquelle anbot. Und siehe da, auf Seite 322 wird auch Hierarchie erwähnt.

Als erstes ist mir aufgefallen, dass das Wort selbst von einem anderen Wort abgeleitet wird: Hierarch. So wurde der oberste Priester im antiken Griechenland genannt. Interessante Sache das, dass das Wort, das zur Zeit in aller Mund ist von der Bezeichnung des obersten Priesters herkommt.

Beim weiterlesen des Artikels wurde deutlich, dass es sich bei Hierarchie um eine Rangordnung, Rangfolge, um Verhältnisse der Über- und Unterordnung handelt. Diese Ordnung nimmt meist die Form einer Pyramide an. Davon kann man dann verschiedene Ebenen ableiten, auf denen unterschiedliche Menschen stehen. Bezieht man hier den Priester mit ein, läuft die Pyramide auf eine einzelne Person zu. Das Bild der Pyramide hat ja in sich schon den Gedanken, dass die Anzahl der Menschen auf den Ebenen von unten nach oben abnimmt.

Das Adjektiv hierarchisch deckt die eben erwähnten Gedanken weiter und weist dazu noch auf eine strenge Gliederung hin. Interessanterweise wird schon im ersten Abschnitt von kirchlicher Rangordnung gesprochen und auch das Adjektiv spricht über Dinge, die den Priesterstand betreffen.

Diese Beobachtungen bringen mich zu dem Gedanken, in meinen Ausführungen von Leitung und Gemeindestruktur den Begriff flache Hierarchie nicht mehr zu verwenden, da er meiner Ansicht nach einen Widerspruch in sich selbst trägt. Ist vom Ursprung des Wortes ein einzelner Mensch an der Spitze gedacht, ändert sich mit einer flachen Hierarchie nicht viel – außer vielleicht, dass ein paar Ebenen aus der Ordnung genommen werden...

Natürlich ist mir auch klar, dass man den Begriff im Allgemeinen für Ordnung im Sinne von Rangordnung gebraucht, doch meinem Empfinden nach ist es nicht hilfreich ihn weiterhin im Nachdenken einer neuen, oder vielleicht besser gesagt, einer remixten Gemeindestruktur zu verwenden. Deren Ansatz ja gerade konträr zu den Gedanken der Rangordnung steht.

8.16.2005

RELEVANTmagazine.com

Seit kurzem ist die lang erwartete neue Seite von RELEVANTmagazine.com online. Ein Besuch dort wird sich auf jeden Fall lohnen.

Eine Sache, die ich dort gestern gefunden habe ist ein Artikel von Doug Pagitt über Emerging Church. Auf jeden Fall ist das ein sehr kurzer Artikel, der aus diesem Grund relativ an der Oberfläche bleibt - den es sich meiner Meinung nach aber zu lesen lohnt.

8.12.2005

Sünde und Moral

Gestern Abend kam ich an einer Tankstelle vorbei und habe dort einen Blick auf das Regal mit den Magazinen geworfen. Dabei ist mir eine Ausgabe von GEOWissen mit dem Titel: Sünde und Moral aufgefallen. Ich dachte, dass es da vielleicht ein paar interessante Sachen zu lesen gibt...

Für jeden, den das interessiert, sei hier der Link zu den Online Artikeln.

[ich habe noch nicht allzuviel davon gelesen - also keine Haftung für den Inhalt]

Pharisäer und Zolleinnehmer beim Beten

Bin gerade über Andrews Blog auf einen Post von Jason aufmerksam geworden, über den wir vielleicht mal nachdenken könnten.

In diesem Post hat er einen Ausschnitt von der Geschichte, in der Jesus davon erzählt, wie ein Pharisäer und ein Zöllner im Tempel sind um zu beten, für den ein oder anderen übertragen.

Ein Beispiel hier:
Emergent Hipster – “I thank you. Lord, that I am not like this traditionalist: stiff, irrelevant, uncool, a real Gen-Xer, not. I practice authenticity by coordinating my fashion with my spirituality. I only act virtuous when I feel like it; there’s nothing worse than hypocrisy. I look, speak, act and think like the rest of society so that I can show them how relevant Christianity is. I’m not so sure it’s working. Amen.”

Und ich dachte irgendwie, dass wir diesen Post als Anregung nehmen könnten uns selbst zu reflektieren. So könnte man z.B. erst mal den Post lesen, dann die Geschichte im Evangelium nach Lukas Kapitel 18, die Verse 9-14; und dann unser eigenes "Gebet" aufschreiben um das auch mal fest zu halten und dann mit Gott zu klären.

8.08.2005

Heilung

Heute habe ich schon im dritten Buch Mose gelesen. Dort bin ich an dem Gedanken hängen geblieben, dass Gott es Menschen, die nicht in vollster Weise gesund sind nicht erlaubt hatte ihm Opfer darzubringen [dazu kannst du das 21. Kapitel lesen]. Dies hat mich zu einigen Fragen gebracht...

Gerade schreibe ich eine Buchbesprechung für mein Studium und lese folgendes:
Auch die Krankenheilungen Jesu zielen unmittelbar auf die Sammlung und Wiederherstellung Israels. Im endzeitlichen Gottesvolk darf niemand vom Heil ausgeschlossen sein: weder die Außenseiter, noch die Sünder, noch die Kranken.
[Gerhard Lohfink. Wie hat Jesus Gemeinde gewollt?, 24.]

Dieser Gedanke brachte mich weiter dazu, darüber nachzudenken, dass Jesus derjenige ist, der uns allen den Weg zu Gott frei gemacht hat und der dies auch durch seinen Umgang mit Kranken deutlich gemacht hat. Er heilte sie und brachte ihnen damit nicht nur die Heilung sondern auch die Möglichkeit am Leben ihres Volkes teilzunehmen – und ihrem Gott Opfer zu bringen.

Was meinst du dazu?

8.07.2005

Gottesdienst: Vertrauen

Tonio und ich haben den letzten Gottesdienst zum Thema Vertrauen vorbereitet. Wir haben uns dafür entschieden das Thema anhand des Lebens von Daniel zu verdeutlichen. Dazu haben wir Daniels Leben aus der Ich-Perspektive erzählt und mit ein paar ruhigen Liedern Zeit zum Nachdenken und Beten gegeben... ein simpler Gottesdienst, durch den Gott hoffentlich zu uns geredet hat.

Zuhören?

Um bei den Nachrichten auf dem neuesten Stand zu bleiben habe ich mir letzte Woche die RSS-Feeds von der tagesschau und der heute Redaktion abboniert. Zum einen bekommt man wirklich oft mit, wie sich die Nachrichtenlage verändert und zum anderen gibt es auch Meldungen, die einfach interessant sind. Eine solch interessante Meldung kam heute herein:

Nach einer britischen Studie ist es Männern nicht möglich Frauen zuzuhören. Für die Gehirne der Männer sind die höheren musikalischeren Frauenstimmen wegen ihrer Wellen schwerer zu verstehen. Es ist also kein böser Wille oder bloße Ignoranz, wenn Männer Frauen nicht zuhören / oder nicht aktiv am Gespräch teilnehmen - es ist ihnen schlichtweg nicht möglich dem Gesagten zu folgen. Den gesamten Artikel gibt es hier.

Was sollen wir nun von so einer Meldung halten?

8.02.2005

Wunder

Zur Zeit ist es irgendwie still hier... liegt wohl daran, dass ich ziemlich busy bin. Lese gerade eine Menge Sachen und so kommt heute auch mal wieder ein Zitat:

"Wunder und Zeichen gehören zum Wesen der neutestamentlichen Gemeinden, so wie sie für die Verkündigung Jesu wesentlich waren. Wo das Heil Gottes Gegenwart wird, müssen Krankheit und Besessenheit weichen.

Unsere heutigen Gemeinden täten gut daran, darüber nachzudenken, warum in ihrer Mitte keine Wunder mehr geschehen - oder warum von den Wundern, die geschehen, niemand mehr erzählt."


Gerhard Lohfink. Wie hat Jesus Gemeinde gewollt? Seite 102.